Dogs

Halsband vs. Brustgeschirr

Die Frage, ob das Halsband oder das Brustgeschirr besser ist für die Gesundheit des Hundes, bewegt sowohl Hundehalter als auch Hundetrainer oder Therapeuten. Es existieren unterschiedliche, zum Teil gegensätzliche Meinungen und Theorien.

In der Diskussion um Halsband und Brustgeschirr wird der Vergleich mit dem Menschen immer wieder herangezogen. Vergleichende Betrachtungen der menschlichen und der Anatomie und Biomechanik von Hunden stellen dar, dass es zwischen Mensch und Hund wesentliche Unterschiede in Körperbau und Mechanik gibt und somit nicht verglichen werden kann.

In der Diplomarbeit von Brigitte Jost wurden 16 Hunde mit verschiedener Grösse und Körperbau ausgesucht und mit einem breiten, weichen Halsband, einem Y-Geschirr und einem Norwegergeschirr fotografiert. Zum einen ohne Leine und zum andern mit Leinenzug von hinten. In Ihrer Arbeit zeigte sich, dass die Angst vor dem Halsband unbegründet ist. Hingegen zeigen sich bei den Brustgeschirren unerwartete Probleme. So schränkt das Norwegergeschirr die natürlichen Bewegungsmöglichkeiten des Hundes ein. Das Y-Geschirr lässt dem Hund diese Bewegungsfreiheit. Beide Geschirrtypen haben die Tendenz, beim Leinenzug Druck auf die Trachea auszuüben, was sich noch verstärkt, wenn die Geschirre nicht optimal angepasst sind.

Gerade bei der Kundschaft der Tierphysiotherapeuten sollte in Zukunft mehr Aufklärung betrieben werden betreffend Halsband und Brustgeschirr. Um den Hundebesitzer zu beraten und ihm die Vor- und Nachteile eines Halsbandes oder eines Geschirres sowie deren Unterschiede aufzuzeigen.

Die absolut perfekte Lösung für den Hundekörper, bei dem keine Strukturen überbelastet werden und keine Schmerzen zugefügt werden können, scheint es nicht zu geben. Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass zum einen ein Halsband nicht so schlecht ist wie sein Ruf, zum anderen auch ein Brustgeschirr Druck auf empfindliche Strukturen ausüben kann, insbesondere im ventralen Halsbereich.

Es kann also festgehalten werden, dass besonders ein Geschirr, das nicht richtig sitzt, zu grossen und unangenehmen Belastungen am Bewegungsapparat des Hundes führen kann. Es ist deshalb für Therapeuten oder auch Tierärzte zu empfehlen, die Hundehalter auf die Wichtigkeit eines passenden Geschirrs aufmerksam zu machen. Genauso wie ein Halsband breit und weich sein sollte, um den Druck gut zu verteilen, solle auch bei den Brustgeschirren darauf geachtet werden, dass die Stege, Riemen und Gurten breit und unterpolstert sind. Beim Y-Geschirr sollte der Verbindungspunkt zwischen Halssteg und Bauchsteg auf dem Sternum liegen. Um das zu gewährleisten sollte der Halssteg verstellbar sein.

Jeder Hundehalter muss bei seinem eigenen Hund abwägen, was für ihn am besten passt. Hunde, die gut an der Leine geführt, aber auch frei laufen können, haben mit einem Halsband viel mehr Freiraum in ihrer natürlichen Bewegung. Es gibt keinen zwingenden Grund, solchen Hunden ein Brustgeschirr anzuziehen.

Wenn Hund und Mensch also gelernt haben nicht an der Leine zu ziehen, haben beide mehr erreicht. als stets die Lösung - für gegenseitige Sicherheit und Geborgenheit - im Material zu suchen - Gerne helfen wir ihnen weiter, zeigen Ihnen Trainingmethoden und beraten Sie entsprechend!

Quelle der Diplomarbeit :

Brigitte Jost - Absolventin der Zusatzausbildung des SVTPT 2012 - 2014 Tierphysiotherapeut mit eidgenössischem Diplom.