Dogs

Hundebegegnungen (frei/angeleint)

Wer seinen Hund zu einem angeleinten Hund hinlaufen lässt, geht (bewusst) ein Risiko ein. Das Risiko besteht darin, dass dieser Hund eine Situation provoziert, welche für den andern Hund oder dessen Halter eine entsprechende Belastungsprobe darstellt. Und genau diese Belastungsprobe ist es, die oft nicht im Sinne aller Beteiligten endet. Eine solche Situation zu provozieren ohne den anderen Hund zu kennen oder dessen Besitzer zu fragen ist nicht nur unerwünscht sondern kann auch als fahrlässig eingestuft werden. Ein Zusammentreffen unter Hunden soll nur unter Einwilligung aller Parteien stattfinden - ohne, dass man ein solches Aufeinandertreffen einem anderen Hundehalter aufdrängt. Den Hund frühzeitig abzurufen, wenn einem Menschen mit Hunde an der Leine entgegenkommen, entspricht nicht nur vorausschauendem Handeln sondern wird auch von der aktuellen TSchV Art. 77 verlangt: Wer einen Hund hält oder ausbildet, hat Vorkehrungen zu treffen, damit der Hund Menschen und Tiere nicht gefährdet. Viel wichtiger ist aber, dass ein korrektes Verhalten zur Etikette eines achtenden und respektvollen Hundehalters passt (Dies gilt auch für Begegnungen mit Menschen ohne Hunde).

Es gibt viele Gründe weshalb ein Hundeführer seinen Hund an der Leine führt oder führen muss.

  • * Der Hund wurde operiert und muss bis zur vollständigen Verheilung der Naht an der Leine geführt werden.
  • * Der Hund hat ein Rückenleiden und wird deswegen nur unter sehr kontrollierten Bedingungen frei gelassen.
  • * Es ist ein zukünftiger Assistenz- oder Blindenführhund der sich gerade im Training befindet.
  • * Es ist ein Ausgebildeter Assistenz- oder Blindenführhund der gerade bei der Arbeit ist.
  • * Es ist ein künftiger Begleit- oder Suchhund der sich gerade bei der Arbeit oder in der Ausbildung befindet.
  • * Es handelt sich um eine läufige oder trächtige Hündin.
  • * Die Hundeführerin oder der Hundeführer übt das Leinelaufen.
  • * Es handelt sich um einen ängstlichen oder reaktiven Hund, dieser kann bei Umweltreizen panikartig flüchten.
  • * Der Hund ist im Resozialisierungstraining, da er sich mit Artgenossen noch nicht gut versteht.
  • * Der Hund ist erst seit ein paar Tagen bei seinem neuen Besitzer (Bindungsaufbauphase).
  • * Die Hundeführerin oder der Hundeführer möchte den Hund aus anderen Gründen nicht von der Leine lassen, was zu respektieren ist.

Weshalb soll man den einen unangeleinten Hund nicht zu einem angeleinten Hund hinlassen - was kann schon passieren?

Hunde kommunizieren über Ihre Mimik- und Gestik und diese ist an der Leine eingeschränkt. Wie bereits oben erwähnt, gibt es trotzdem genügend Gründe einen Hund an der Leine zu führen. Kommt nun ein unangeleinter oder angeleinter Hund direkt auf einen anderen angeleinten Hund zu, ist die Kommunikation dieser beiden Hunde eingeschränkt. Dadurch kann es zu Missverständnissen zwischen den beiden Hunden kommen, welche durchaus gefährlich oder einfach unerwünscht enden kann. Direkte Begegnungen können von anderen Hunden (auch gut sozialisierten Hunden) als Bedrohung wahrgenommen werden. Hunde dürfen sich auch begegnen und sich komplett ignorieren, dies ist kein Akt der Unfreundlichkeit und fördert auch nicht die Unverträglichkeit gegenüber Artgenossen. Die Individualdistanz ist nicht nur für Sie als Mensch ein wichtiger Bestandteil Ihrer persönlichen Freiheit sondern auch für Hunde - oder möchten Sie, dass Ihnen jeder Mensch auf die Pelle rückt? Es gibt Hunde die mögen nicht jeden Hund oder müssen in diesem Moment lernen einen Hund zu ignorieren. Trotzdem haben auch diese Hunde das Recht oder gar die Pflicht ausgeführt zu werden. Hunde welche sich im Training befinden, können durch solche Aktionen so stark abgelenkt werden, dass Ihre Lernerfahrung darin besteht, dass sie immer zuerst spielen oder flüchten müssen, wenn ihnen ein anderer Hund entgegenkommt und sie erst dann die Arbeit weiter verrichten können (stellen Sie sich ein solcher Assistenz- oder Blindenführhund vor). Trächtige oder Scheinträchtige Hündinnen können durchaus aggressiv zu anderen Artgenossen sein, dennoch brauchen sie Bewegung und können den gleichen Weg wie sie entlang gehen. Es gibt reaktive Hunde, die sich noch nicht genügend an Artgenossen gewöhnt haben und gar panisch versuchen zu flüchten (selbst an der Leine) und dies kann unweigerlich zur Gefahr von Hund und Halter führen. Hunde oder Menschen mit einem Handicap sind darauf angewiesen, dass wir uns korrekt verhalten.

Korrekte Hundebegegnungen:

Grundsätzlich gilt: Kommt einem ein Hund entgegen, der an der Leine geführt  wird, ruft man auch den eigenen zu sich und leint ihn an oder führt in dicht neben sich. Der andere Hundebesitzer wird Gründe für sein Verhalten haben. Junge und stürmische Hunde müssen dabei besonders gut unter Kontrolle gehalten werden. Ist man mit mehreren Hunden unterwegs und trifft auf einen einzelnen, lässt man auf keinen Fall das ganze Rudel auf den Unbekannten losrennen.

Herzlich Dank für Ihre Rücksichtnahme bei der nächsten Hundebegegnung!

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